PNP-Serie zum 50.Geburtstag NP

Am Anfang stand nur eine Idee

Serie des Grafenauer Anzeigers zum 50. Nationalpark-Jubiläum im Jahr 2020- Initiativen zur dessen Errichtung begannen bereits 1967.
18.01.2018 | Stand 18.01.2018, 02:17 Uhr

 

Er begleitete die Entstehung des Nationalpark von der ersten Stunde an: Michael Haug. - F.: Nigl

Grafenau.

Was heute als das Markenzeichen unserer Region gilt, ist unter großen Wehen entstanden. Die Rede ist vom Nationalpark Bayerischer Wald, der im Jahr 2020 seinen 50. Geburtstag feiern wird. Anlass genug für den Grafenauer Anzeiger, im Vorfeld eine kleine Serie zu starten, die den Weg bis zur Geburt des Parks aufzeigt. Autor ist Michael Haug, langjähriger Nationalparkmitarbeiter der ersten Stunde, der dessen Entstehungsgeschichte wohl wie kein Zweiter kennt.
Wie gesagt, am 7. Oktober 1970, wurde der Nationalpark Bayerischer Wald offiziell aus der Taufe gehoben. Die Initiativen begannen aber bereits drei Jahre vorher, so lässt sich u.a. der 17. Januar 1967 nennen - wo erstmals eine Art Nationalparkkonzept aufgetaucht ist.
Haug war vor 50 Jahren Student der Landschaftspflege und der Landschaftsplanung an der TH München-Weihenstephan. Damals, in der Endphase des Studiums, sei die Idee, im Bayerischen Wald einen Nationalpark zu gründen, heftig diskutiert worden. Prof. Wolfgang Haber, damaliger Leiter des Instituts für Landschaftsökologie, hatte den Auftrag erhalten, ein Gutachten für die Nationalparkpläne zu verfassen. Auftraggeber war der Deutsche Rat für Landschaftspflege. "Ist es für Deutschland möglich, einen Nationalpark auszuweisen?" Das war die Frage, um die sich laut dem mittlerweile 78-jährigen Haug die Fachwelt mächtig gestritten habe.
Der etablierte Naturschutz habe damals die Gedanken eines Nationalparks im Bayerischen Wald rundweg abgelehnt. Und das, obwohl Ende Januar 1968 Abgeordnete des Bayerischen Landtags sowie die CSU und die SPD Anträge für die Errichtung eines Nationalparks Bayerischer Wald eingereicht hatten. Die Anträge der CSU allerdings hätten sich laut Haug lediglich auf einen Nationalpark im "Lusengebiet" beschränkt. Die SPD-Abgeordneten hätten einen Nationalpark im Rachel-Lusengebiet mit mindestens 9000 Hektar Fläche gefordert. Beide Anträge hätten einen ausreichenden Schutz der angrenzenden Land- und Forstwirtschaften sowie die ausreichende Beachtung der Lebensinteressen der angrenzenden Landwirtschaft beinhaltet. Außerdem solle der Bund für eine finanzielle Beteiligung gewonnen werden. Das waren die Forderungen der Abgeordneten.
Neben dem Artenschutz erhofften sich die Nationalparkbefürworter außerdem eine Belebung des Tourismus. Um die Ziele und Vorstellungen konkreter zu fassen, wurde im Vorfeld auch ein "Zweckverband zur Förderung des Projektes eines Nationalparks im Bayerischen Wald" gegründet. Mit dem Begriff "Nationalpark" verbanden die damaligen Initiatoren eine erhoffte staatliche Förderung der strukturschwachen Region sowie ein Engagement der Bundesregierung. Auch wollte man mit dem Begriff Nationalpark nach amerikanischem Vorbild auf dem internationalen Markt mithalten können.
Die erste Nationalparkkonzeption ist im Jahr 1967 entstanden und wurde vom Zweckverband an die Regierung von Niederbayern weitergeleitet. In diesem Konzept waren eine Mindestgröße von 6000 Hektar sowie genaue Angaben zu Art und Zahl der zu haltenden Tiere vorgesehen. Bei den ersten Überlegungen über ein geeignetes Gebiet sei vorrangig vom Staatswald zwischen Sagwasser und Reschwasser östlich vom Lusen ausgegangen worden, doch auch das Staatswaldgebiet westlich des Lusens sei immer wieder im Gespräch gewesen. Für Probleme sorgte allerdings die Tatsache, dass die relativ geringe Fläche von 6000 Hektar nicht mit einem "Groß-Schutzgebiet" mit ungestörter Entwicklung konform gehen konnte. Im Plan, der die Unterschrift des damaligen Zweckverbandsvorsitzenden und Nationalpark-Motors Karl Bayer trägt, waren zirka 900 Hektar Kahlschläge, 30 Kilometer lange Zäune und eine "Großfütterung" auf jeweils sechs Quadratkilometer großen Flächen vorgeschlagen. Kosten sollte die Errichtung des Nationalparks 6,5 Millionen Mark, und auch Vorstellungen über eine künftige Holznutzung wurden formuliert. Die Holznutzung sollte schrittweise auf zwei Drittel der bisherigen Nutzung zurückgefahren werden. Dieser Plan wurde am 18. Oktober 1967 eingereicht.

Das Haber-Gutachten als Geburtshelfer
2. Teil der Serie des Grafenauer Anzeiger zum 50. Jubiläum des Nationalparks im Jahr 2020 - Am Anfang stand viel Papier
02.02.2018 | Stand 02.02.2018, 09:06 Uhr

Grafenau. 
Im zweiten Teil geht es um das Haber-Gutachten, das am heutigen 2. Februar ein Jubiläum feiern kann.
Am 2. Februar 1968 wurde nämlich das Haber-Gutachten (erstellt vom Münchner Professor Wolfgang Haber) an den Bayerischen Ministerpräsidenten, den Landtag und den Senat geschickt und sollte in den darauf folgenden Diskussionen eine zentrale Rolle spielen. Anderthalb Jahre später wurde das Gutachten zur Grundlage für den Beschluss des Bayerischen Landtages zum Nationalpark Bayerischer Wald. Gleichzeitig diente es als Arbeitsgrundlage für die staatlichen Beamten und Angestellten, die ab November 1969 mit der Umsetzung der Beschlüsse des Bayerischen Landtages betraut wurden. Bereits bei der Veröffentlichung sei laut Haug ein grundsätzliches Missverständnis entstanden, das den Nationalpark mindestens ein Jahrzehnt begleiten sollte.
Dem Haber-Gutachten lagen die Planungsüberlegungen vom Zweckverband zur Förderung des Projektes eines Nationalparks vor. Deswegen ist eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit diesen Nationalpark-Plänen erforderlich gewesen. Die Bemühungen um die Schaffung eines großen Vollnaturschutzgebietes seien "in sehr positiver Weise" begrüßt worden. Haber hält fest: "Der Begriff Nationalpark hat keinen eindeutigen Inhalt. Bestehende europäische Nationalparks können nicht ohne weiteres als Vorbilder herangezogen werden. [...] Die unvoreingenommene Prüfung der landschaftsökologischen Voraussetzungen des Projekts zeigt, dass es als Bergwald-Nationalpark mit dem vorhandenen Wildbestand nicht zu verwirklichen wäre. Wenn man der Meinung ist, ein großes Stück Natur [...] zum Nationalpark zu erheben, dann würde sich der Hintere Bayerische Wald [...] vorzüglich dazu eignen und nicht nur der zur Zeit dafür ausersehene Ausschnitt von 50 Quadratkilometer im Umkreis des Lusen."
Neben den vorhandenen Wildarten sollten vielleicht auch Bär, Luchs, Wisent, Elch, Wildpferd, Schwarzwild und Biber hier eine neue Heimat finden. Umfangreich setzte sich Haber mit den Beobachtungsmöglichkeiten für Wildtiere in Waldgebieten auseinander sowie mit der Idee, aus touristischen Überlegungen Schaugehege anzulegen.
Laut Haber soll der geplante Park nicht auf das kleine Gebiet zwischen Lusen und Mauth beschränkt, sondern nach Nordwesten bis etwa zur Linie Rachel - Bhf. Klingenbrunn ausgedehnt werden. Als Südgrenze wäre die Trasse der alten Spiegelauer Waldbahn geeignet.
In diesem Gebiet werden mindestens fünf Großwild-Schaugehege von jeweils 6 bis15 Hektar Größe angelegt, und zwar an der südlichen, klimatisch und verkehrsmäßig begünstigten Grenze. In diesen Gehegen sollen Rothirsche, Wildschweine, Bären, Wisente und Elche gehalten werden. Als Plätze würden in Frage kommen: Neuhütte, Guglöd, Altschönau, Weidhütte und Glashütte.
Der im Parkgebiet frei lebende Großwildbestand soll im wesentlichen aus Rotwild, daneben aber auch aus Gemsen, Mufflons und Rehen bestehen und eine Kopfzahl von 220 bis 230 Stück nicht überschreiten.
Der Wald wird weiterhin naturgemäß gepflegt und die Holznutzung fortgesetzt, doch hat diese sich den Erfordernissen des Parkes unterzuordnen, z. B. durch Erhöhung der Umtriebszeit.
Die Erschließung des Gebietes mit Fahr- und Wanderwegen wird fortgesetzt und durch Reitwege ergänzt. Eine kleine Anzahl von Fahrwegen ist für den Kraftwagenverkehr freizugeben, und zwar in einem Einbahn-Rundverkehr. Alle übrigen Fahrwege sollen nur für den Verkehr von Kutschwagen und Schlitten zugelassen werden.
Durch mindestens fünf Wald- und Wildlehrpfade werden der Wald und seine Tier- und Pflanzenwelt unter besonderer Berücksichtigung der Eigenarten des Gebietes den Besuchern näher gebracht. Dazu können auch die vorhandenen Naturschutzgebiete herangezogen werden, vor allem - nach dem Vorbild der Anziehungskraft des Kubany-Urwaldes - die urwaldartigen Bestände in der Rachelseewand, am Lusen sowie im Bärenriegel.
Der Park wird auf Grund eines besonderen Gesetzes als Selbstverwaltungskörperschaft eingerichtet. An deren Spitze stehen ein Direktor - möglichst ein Forstmann - und ein Verwaltungsrat, dem Vertreter der Gemeinden, Landkreise, des Regierungsbezirkes, Landes und des Bundes sowie je ein Zoologe, Botaniker, Jagdwissenschaftler, Forstwirt und Landschaftsökologie angehören.
Für den Landschaftsplan und für die erforderlichen Einzellandschaftspläne sollte die von den Naturparken bewährte Dreiteilung in eine Anreise- und Einkehrzone um die Orte Klingenbrunn, Spiegelau, St. Oswald, Schönanger/Neuschönau und Mauth (die außerhalb des Parkes bleiben können), eine Spazier- und Lagerzone in den Waldrand- und randnahen Waldgebieten im Gebiet der "warmen Hangzone", wo auch die Wildgehege, Waldlehrpfade sowie die Winterfütterungen mit Erlebnismöglichkeiten für Wildbeobachtungen und der Naturschutz- bzw. Urwaldgebiet sowie weiteren Lehrpfaden, Schutzhütten und -dächern Anwendung finden. Letztere bildet das eigentliche Kerngebiet des Nationalparkes, zumal die Bergfichtenwälder die naturnahesten Gebiete darstellen, und sollte auch ein Jagdbanngebiet werden.
Diese Vorschläge wurden Teil des Landtagsbeschlusses vom 11. Juni 1969.

 

Seilbahn und Skizirkus: große Tourismus-Pläne als Geburtshelfer

Teil 3 der Serie des Grafenauer Anzeiger zum Nationalpark-Geburtstag im Jahr 2020 - Michael Haug blickt auf die Anfangsjahre zurück
20.02.2018 | Stand 20.02.2018, 03:34 Uhr
Grafenau. 

Im dritten Teil geht es um den Tourismus, dem in den Jahren vor der Nationalpark-Gründung eine immer größere Bedeutung zukam.
"Das letzte Drittel der 60-er Jahre war eine spannende Zeit für den gesamten Bayerischen Wald. Auf der einen Seite die Entwicklungsstrategen. Es war allgemein bekannt, dass der Bayerische Wald wirtschaftlich unterentwickelt war. Es bestand wohl wenig Hoffnung, dass die Region zukunftsträchtige Industrie an Land ziehen konnte.
Für die Schaffung von Arbeitsplätzen schien die Entwicklung des Tourismus eine große Chance. Deswegen kamen vielfältige Vorschläge ans Tageslicht. Der schneesichere Bayerische Wald bot vor allem Möglichkeiten für den Wintersport. Der aufkommende Trend führte über die ganze Region zu zahlreichen Initiativen. Die Investitionen wurden durch staatliche Wirtschafts-Fördermittel unterstützt.
Die Wälder entlang der Grenze waren jedoch weitgehend in staatlichem Besitz. Ohne die Zustimmung und Bereitschaft zur Unterstützung war hier wenig auszurichten. Am Dreisessel entstand damals der längste Schlepplift Deutschlands. Auf den Südwesthängen des Dreiländerbergs wurde eine breite Schneise in den Wald geschlagen.
Die Kreisstraße, die ebenfalls in dieser Zeit an die Gipfelregion des Dreisessel gebaut wurde, musste mit zwei (besonders hässlichen) Betonbrücken überspannt werden, je eine für die Lift-Trasse und eine für die Abfahrt. Am Almberg entstand in dieser Zeit ebenfalls eine neue Abfahrt, die an den Südwesthängen in den Staatswald geschlagen wurde.
Damit das Skifahren möglich ist, mussten umfangreiche Planierungen durchgeführt werden. Solche nachhaltigen Veränderungen des Landschaftsbildes und Eingriffe in den Naturhaushalt riefen - verständlicherweise - die Naturschützer auf den Plan.
Auslöser für die massiven Forderungen nach einem Nationalpark im Rachel-Lusen-Gebiet waren ähnliche Pläne, die die Landschaft noch wesentlich stärker in Mitleidenschaft gezogen hätten.
So gab es beispielsweise die Vorstellung, vom oberen Reschbachtal einen Sessellift in Richtung Lusen zu bauen, verbunden mit entsprechenden Schneisen für die Abfahrt mit Skiern. In Spiegelau entstand die Vorstellung, eine Seilbahn auf den Rachel zu bauen und in der Gegend der Fredenbrücke sollten die Hänge in Richtung Plattenhauser und Spitzberg in einen Skizirkus umgewandelt werden.
In Waldhäuser war in Privatinitiative ein attraktives Angebot für den alpinen Skilauf entstanden. Der zuständige Naturschutz-Fachmann, der mit all diesen Plänen konfrontiert wurde, war während dieser Jahre Diplomforstwirt Hubert Weinzierl, der bei der Regierung von Niederbayern das Amt des "Beauftragten für Naturschutz" bekleidete. Dieses Amt wurde seinerzeit ehrenamtlich vergeben. Hauptamtliche, für Naturschutzfragen zuständige Bedienstete, gab es seinerzeit weder bei der Regierung noch bei den Landratsämtern.
Die Naturschützer standen vor einem schwer lösbaren Dilemma: "Ihr könnt nicht ständig Nein sagen!" Aus den persönlichen Bekenntnissen von Hubert Weinzierl geht hervor, dass die vielfältigen und massiven Entwicklungsvorstellungen seitens der Wirtschaftsstrategen der Auslöser dafür waren, dass er die Pläne wieder aufgriff, die eigentlich schon Anfang der 50-er Jahre endgültig zu den Akten gelegt worden waren:"Versucht es doch mit einem Nationalpark. Deutschland hat zwar schon 40 Naturparke, aber bislang noch keinen echten Nationalpark!"

                                             Ein wichtiger Motor der Nationalpark-Idee
Teil 4 der Serie des Grafenauer Anzeiger zum Nationalpark-Jubiläum im Jahr 2020 - Heute: die Rolle von Karl Bayer
05.04.2018 | Stand 04.04.2018, 18:26 Uhr
Grafenau. 

Im vierten Teil der Serie geht es um einen der wichtigsten Streiter für den Nationalpark - nämlich den Grafenauer Karl Bayer (*1925, †1995).

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Foto: Egon M. Binder/PNP/Grafenauer Anzeiger

So stellt z. B. Georg Sperber in einem Vortrag vom September 2000 fest: "Der Naturschutz-Stratege Hubert Weinzierl, der populäre Nationalpark-Experte Bernhard Grzimek und der Pragmatiker Karl Bayer ergänzten sich ideal zur Führungsspitze der Nationalparkbewegung!"
Wer war Karl Bayer? Er stammte aus Unterfranken, hatte Forstwissenschaft studiert und war nach seiner Referendarzeit zunächst Beamter in Diensten der staatlichen Forstverwaltung, Mitarbeiter im staatlichen Sägewerk in Spiegelau, später Forstmeister beim staatlichen Forstamt Spiegelau. Bei den Wahlen zum Bayerischen Landtag im Jahr 1962 kandidierte er für die SPD und erreichte ein Landtagsmandat. Damit wechselte er aus dem Forstdienst in die Politik. Sein kommunales Engagement trug bereits im Jahr 1964 - damals völlig überraschend - erste Früchte.
Im Landkreis Grafenau wurde der etablierte CSU-Landrat Bogenstätter bei den Kommunalwahlen abgewählt. Mit knappem Ergebnis konnte Bayer damals sensationell den Landrats-Sessel in Grafenau erobern. Sein Mandat als Landtagsabgeordneter erlosch nach einer Legislaturperiode 1966, weil zwischenzeitlich eine gesetzliche Regelung geschaffen wurde, dass die beiden Ämter nicht mehr gleichzeitig ausgeübt werden dürfen.
Als Landrat von Grafenau wurde im letzten Drittel der 60er Jahre zur Speerspitze der regionalen Befürworter des Nationalparks. Aufgrund seiner forstlichen Vergangenheit kannte er die Wälder und war entsprechend fachlich versiert. Seine landespolitischen Erfahrungen als Abgeordneter kamen ihm zu Gute und er kannte die Forstverwaltung als Insider.
Mit seiner umgänglichen Art und seiner Beredsamkeit kam er bei der Bevölkerung gut an. Zentrale Ursache seines erfolgreichen Einsatzes für den Nationalpark war jedoch sein Organisationstalent und seine Durchsetzungsfähigkeit. Ihm gelang es in kurzer Zeit, dass der Eindruck entstehen konnte, die gesamte Region steht einmütig hinter der Idee, dass im Gebiet zwischen Rachel und Lusen ein Nationalpark entstehen soll.Bedenken, die von verschiedensten Seiten vorgebracht wurden, konnte er wirksam in Schach halten. Vor allem gelang es ihm, dass die Wünsche entsprechend massiv und wirksam "nach oben" vertreten wurden und dass er bei der Regierung von Niederbayern qualifizierte Mitarbeiter gewinnen konnte, an der Spitze der Regierungspräsidenten Johann Riederer.
Auf kommunaler Ebene entstand - landkreisübergreifend - ein Zweckverband, der die Pläne vorantreiben sollte. Die Landkreise Wegscheid mit dem damaligen Landrat Muthmann sowie die Landkreise Wolfstein und Grafenau, marschierten in dieser Sache gemeinsam.
Karl Bayer war sehr offen gegenüber den Beamten und Angestellten die seit November 1969 mit der Verwirklichung der Pläne für den Nationalpark beauftragt waren. Es war allgemein bekannt, dass die Bayerische Staatliche Forstverwaltung in München und die Oberforstdirektion in Regensburg der Idee eines Nationalparks gegenüber sehr skeptisch bis ablehnend gegenüber standen. Er unterstützte das neue Nationalparkamt tatkräftig und machte immer wieder seinen kommunalpolitischen Einfluss geltend.
Als Vorsitzender der Fremdenverkehrsgemeinschaft Grafenau war er maßgeblich daran beteiligt, dass in den Anfangsjahren eine dringend notwendige Infrastruktur für die Besucher des Nationalparks geschaffen wurde. Nach der kommunalen Gebietsreform (Zusammenlegung des Landkreises Wolfstein und Grafenau) verlor Bayer sein Amt als Landrat. In der Folgezeit war er Bürgermeister der Stadt Grafenau.

Gipfeltreffen auf dem Lusen

Teil 5 der GA-Serie zum Nationalparkjubiläum 2020 - Kontroverse Diskussion auf dem "Deutschen Naturschutztag" vor 50 Jahren

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Foto:privat

Der Grafenauer Landrat Karl Bayer (r.) und Niederbayerns Naturschutzbeauftragter Hubert Weinzierl (l.) diskutierten mit dem Weihenstephaner Prof. Wolfgang Haber am Lusengipfel über die Nationalparkprobleme. - F.: Repro PNP

Im fünften Teil der Serie geht es um ein wichtiges Gipfeltreffen am Lusen, das sich dieser Tage gejährt hat.
"An der Technischen Hochschule Weihenstephan wurde auch unter den Studenten relativ grundsätzlich über das Ansinnen diskutiert, in Deutschland einen ersten Nationalpark einzurichten. Gab es doch so etwas in Deutschland bis dato nicht.
Der damalige Leiter des Instituts für Landschaftspflege, Wolfgang Haber, hatte zu Anfang des Jahres sein Gutachten erstellt, das die Fachstellen nachdrücklich beschäftigte.Für mich gab es die Möglichkeit, an dieser denkwürdigen Veranstaltung teilzunehmen, am Donnerstag in dieser Woche, vor genau 50 Jahren.
So war ich am 21. Juni 1968 mit dabei, als das Gipfel-Treffen am Lusen stattfand und ich konnte live miterleben, wie dort die Argumente ausgetauscht wurden. Nicht im Traum konnte ich mir dennoch vorstellen, dass ich dazu - ein Jahr später - berufen wurde, an den Planungen mitzuwirken und schließlich einer der ersten Mitarbeiter wurde, der mit der Verwirklichung der Projekte betraut wurde.
Auf der Seite der Befürworter der Nationalpark-Idee stand zuvorderst der damalige Naturschutzbeauftragte bei der Regierung von Niederbayern, Dipl. Forstwirt Hubert Weinzierl.
Er hat dieses Ereignis in einem Buch festgehalten, das noch im Jahr 1968 beim Morsak-Verlag erschienen ist. "Deutschlands Nationalpark im Bayerischen Wald" und mit Untertitel - "soll Wirklichkeit werden!"
Dort heißt es unter dem Datum 19. Juni 1968: "In Straubing beginnt die größte Naturschutzveranstaltung, die wir in der Bundesrepublik kennen, der Deutsche Naturschutztag 1968. Im Mittelpunkt der Verhandlungen und Exkursionen steht natürlich der Nationalpark."
Die Presse berichtet: "Für eine ,ehrliche Lösung‘ des Nationalpark-Problems hat sich der Naturschutzbeauftragte von Niederbayern bei der Eröffnung des Deutschen Naturschutztages 1968 in Straubing ausgesprochen. An der Veranstaltung, der größten der deutschen Naturschutzbewegung, nahmen zahlreiche namhafte Naturschutzexperten aus der ganzen Bundesrepublik teil.
(...) Nicht zuletzt haben diese Exkursionen in den Bayerischen Wald den Zweck, die Teilnehmer am Naturschutztag in jene Gebiete zu bringen, die für den Nationalpark Bayerischer Wald ins Auge gefasst worden sind. Niederbayern verdankt es seinem Naturschutzbeauftragten, dass diese größte Veranstaltung der deutschen Naturschutzbewegung aus aktuellem Anlass (Nationalpark) in Straubing und nicht, wie zunächst vorgesehen, in Osnabrück stattfindet."
Und unter dem Datum 21. Juni 1968 steht zu lesen: "Etwa dreihundert Naturschutzexperten aus der ganzen Bundesrepublik und dem Ausland versammeln sich zu einer ,Gipfelkonferenz‘ - auf dem Lusengipfel nämlich. Professor Haber und Naturschutzbeauftragter Weinzierl verteidigen ihre Ideen, allerdings ohne nennenswerte Gegensätze... Die Nationalparkanhänger appellieren an Professor Haber, "seinem eigenen Gutachten treu zu bleiben". Die Stimmung der Teilnehmer ist allen Unkenrufen zum Trotz höchst positiv!"
Professor Dr. Wolfgang Haber bezeichnete den Bayerischen Wald als ein Gebiet mit geradezu historischer Bedeutung in der Diskussion um den Naturschutz in Deutschland. Der Bayerische Wald sei dazu ausersehen, eine Naturschutzeinrichtung zu tragen, wie sie in Deutschland bisher noch nicht vorhanden sei: einen Nationalpark. Die rund zweijährige Diskussion habe als Ergebnis gehabt, dass sich drei Forderungen herauskristallisiert hätten, die nunmehr miteinander zu vereinbaren wären. Einmal bestehe der Wunsch nach einem großen, vollen Naturschutzgebiet ohne menschliche Eingriffe, weiter der Wunsch, ein großes Wildrefugium zu schaffen und schließlich wolle man damit ein großräumiges Erholungsgebiet einrichten.
Haber bezeichnete in seinen Ausführungen den Bayerischen Wald als "eine Kostbarkeit in Mitteleuropa". Hier fänden sich in den Hochlagen noch wertvolle Fichtenbestände, an denen auch die forstliche Bewirtschaftung nicht viel verändert habe. Dr. Haber zollte im übrigen der Forstverwaltung großes Lob dafür, dass sie den Bayerischen Wald in einem Zustand erhalte, der den Besuch des Waldes zu einem Erlebnis werden lasse. Wenn dieses Waldgebiet andererseits in verstärktem Umfang dem Fremdenverkehr eröffnet werden solle, so müsse man Kompromisse zwischen Fremdenverkehr und Naturschutz schließen.

Als die Motorsäge Arbeitsplätze fraß

6. Teil der GA-Serie zum Nationalparkjubiläum 2020 - Wirtschaftliche Situation im "Ostbayerischen Grenzgebirge"
PNP 29.06.2018 | Stand 28.06.2018, 16:20 Uhr

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Michael Haug ,Foto:PNP,Andreas Nigl

Er begleitete die Entstehung des Nationalparks von der ersten Stunde an: Michael Haug. - F.: Nigl
Grafenau.

Im sechsten Teil der Serie geht es um die wirtschaftliche Situation im "Ostbayerischen Grenzgebirge".
"Wenn man die Situation und die Rahmenbedingungen verstehen will, die zur Entstehung des Nationalparks führten, dann lohnt es sich, einen Blick zu werfen auf die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse dieser Zeit.Problem-Region, Armenhaus Deutschlands, Strukturschwäche, Abgehängt vom Wirtschaftswunder - die volkswirtschaftlichen Kernzahlen gehörten mit zu den schlechtesten in Deutschland. Niedriges Bruttosozialprodukt, hohe Arbeitslosen-Quote, zahlreiche Fern-Pendler, die ihr Geld in den Großstädten verdienten und nur an den Wochenenden bei ihren Familien weilten. Manche Ortschaften im Bayerischen Wald, vor allem in der Nähe der Grenze, hatten eine Arbeitslosen-Quote, die im Winter bei 40 Prozent lag.
Zu den ungünstigen Lebensbedingungen trug oft auch die hohe Zahl der Kinder in den Familien bei. Hinzu kam eine denkbar schlechte Agrar-Struktur. Die durchschnittliche Größe der landwirtschaftlichen Betriebe betrug sechs bis sieben Hektar und aus Brüssel kam die Kunde, dass diese Art Landwirtschaft auf Dauer keine Zukunft hat. Viele landwirtschaftlichen Flächen waren nass oder stark hängig und darüber hinaus schlecht erschlossen.
Das Straßen- und Wegenetz befand sich nicht selten in einem katastrophalen Zustand. Der so genannte "Mansholt-Plan" der EU sorgte für erhebliche Unruhe. In der Grenznähe war einer der wichtigsten Arbeitgeber die staatliche Forstverwaltung.
Gegen Ende der 60-er Jahre war die Umstellung der Waldarbeit in vollem Gange. Die Motorsäge trat ihren Siegeszug an. Die Arbeit im Winter, wo früher das Holz mit den Zug-Schlitten zu Tal gebracht wurde, ging unaufhaltsam ihrem Ende entgegen. Der Holztransport auf dem Wasser, die Trift, wurde sukzessive aufgegeben.
Mit dem Bau eines Netzes aus Forst-Straßen konnten nun auch entlegene Waldorte mit dem LKW angefahren werden. Die zunehmende Motorisierung im Wald kostete selbstverständlich in zunehmendem Maße Arbeitsplätze. Bei der Forstverwaltung war man zunächst zurückhaltend im Hinblick auf die Entlassung von Arbeitskräften. Es war aber unübersehbar, dass die staatlichen Forstämter vollständig überausgestattet waren mit Arbeitskräften. Die Angst um den Verlust dieser, bislang relativ sicheren Arbeitsplätze ging um. Die Hoffnung, dass sich in der Region neue Arbeitsplätze entwickeln könnten, z. B. in Industrie oder Gewerbe, war relativ gering.So wurde das Gebiet zum bevorzugten Arbeitsraum von Nationalökonomen, Entwicklungsstrategen und Strukturpolitikern. Neue Ideen waren gefragt, innovative Konzepte in der Landesplanung und in der staatlichen Förderung. Unumstritten war zunächst, dass die Region für die Entwicklung des Tourismus besonders gut geeignet ist. Deswegen konzentrierten sich die Bemühungen um eine Verbesserung der Einkommenssituation auf die Förderung von Maßnahmen des Fremdenverkehrs.
Mit einem "nationalen" Projekt in Sachen Tourismus verband sich auch die Hoffnung, dass sich der Bund engagieren könnte. Ein "Nationalpark" müsste doch auch aus den Kassen der Bundesrepublik gefördert werden.Hier entstand freilich ein grundsätzlicher Konflikt. Wenn die Natur strenger geschützt werden soll, dann bedeutet das doch unterm Strich, dass damit auch die Arbeit im Wald als wichtige Einnahmequelle wegfallen würde.Die Gewerkschaft der Waldarbeiter war demnach konsequenter wie eine der wichtigsten Gegner eines Nationalpark-Projektes.

7. Teil der GA-Serie zum Nationalparkjubiläum 2020 

 Der erste Nationalpark-Antrag kam von der NPD

Nächster Teil der GA-Serie zum 50. Geburtstag des Nationalparks - so agierte die große Politik

28.02.2019 | Stand 27.02.2019, 17:05 Uhr

Grafenau. 

Den ersten Antrag an den Bayerischen Landtag für die Errichtung eines Nationalparks hatte seinerzeit die NPD gestellt (Juni 1967). Dort heißt es, der Landtag wolle beschließen, einem Nationalpark "im Staatsforstgebiet um den Lusen" zuzustimmen. Und "unter der Federführung der Staatsregierung soll ein Zweckverband" gebildet werden, in dem alle interessierten Gebietskörperschaften hinzugezogen werden sowie Sachverständige aller einschlägigen Fachgebiete. Dem Antrag der NPD folgten - ein halbes Jahr später (!) - jeweils Anträge der CSU und der SPD (17. Januar 1968). Es dauerte freilich noch ein ganzes Jahr, bis sich die zuständigen Ausschüsse des Bayerischen Landtags mit der Nationalpark-Frage beschäftigten.Am 22. Januar 1969 fand eine gemeinsame Sitzung der Ausschüsse für Grenzlandfragen sowie für Ernährung und Landwirtschaft statt.

In der öffentlichen Diskussion, die sich über die gesamte bundesweite Presse zieht, gehen die Meinungen weit auseinander. Ganz wesentliche Kritik kommt aus den Reihen der Fachleute, die auf Bundesebene für Naturschutzfragen zuständig sind.
In einer ausführlichen Stellungnahme aus dem Bundeswirtschaftsministerium vom 23. Januar 1969 wird die Errichtung von Nationalparken in Deutschland als grundsätzlich undurchführbar erklärt. Dr. Offner entwickelt sich zu einem der engagiertesten Gegner der Idee, zusammen mit dem Präsidenten des Vereins Naturschutzpark e. V., auch Dr. Alfred Toepfer spricht sich nachdrücklich gegen diese Idee aus.
Der Staatssekretär im Bundesernährungsministerium, Neff, wiederholt diese Aussagen in einer Fragestunde des Deutschen Bundestages. Er hält es nicht für zweckmäßig, in Bayern einen "Nationalpark" mit wilden Tieren zu errichten. Er verkündet, dass sich die Bundesregierung dazu entschlossen habe, sich zu einem derartigen Projekt nicht zu beteiligen.
Eine besondere Aufmerksamkeit erfährt in dieser Zeit der "Kommentar zur bayerischen Landespolitik", der regelmäßig zum Wochenende im Bayerischen Rundfunk verlesen wird. Der renommierte Journalist, Bernhard Ücker, setzt sich mit den Plänen für einen Nationalpark auseinander: 25. Januar 1969.
Er meint, dass in dieser Sache eher ernüchternde Worte am Platze wären. Es ginge um eine "nationales Anliegen" und um eine "Fremdenattraktion im Bayerischen Wald", um einen "Markstein der bayerischen Kulturgeschichte" - , so die Abgeordneten im Bayerischen Landtag. Er mahnt zur Vernunft und meint, der Name oder Titel sei eher unwichtig. Nationalpark: dieses Wort und erinnert sofort an Aufseher, Dienstvorschriften und Maßregeln.
Und er schreibt: Finden wir doch einen frischeren Namen, nennen wir lieber das Projekt "Ferienland Bayerwald". Außerdem treibt ihn die Frage um, dass vielleicht dort der Bundesadler das Sagen haben könnte und nicht der Bayerische Löwe.
Der Namensstreit beherrscht über mehr als ein halbes Jahr die Szene. Und im Bayerischen Wald, genauer im südlichen Bayerischen Wald wächst die Erkenntnis, dass das Projekt zerredet werden könnte oder, dass vielleicht doch kein Erfolg der Bemühungen zu erwarten ist. Fieberhaft wird daran gearbeitet, wie der politische Druck erhöht werden könnte.
Die Kommunalpolitik im Raum Freyung an ihrer Spitze des damaligen Bürgermeisters Josef Lang hatte erkannt, dass es notwendig ist, die Interessen der Region nachhaltiger - auch in München zu vertreten.
Deswegen wurden zu den Beratungen der einschlägigen Ausschüsse im Bayerischen Landtag eigens Busreisen organisiert.

Teil 8 der GA Serie zum 50.Jubiläum des Nationalpark im Jahr 2020 - 

Das Infozentrum sollte nach St. Oswald ,Heute: Die Planungen von Koschel

 

Grafenau. 
Heute geht es um eine spannende Episode: Den Nationalpark-Plan vom Februar 1969 von Chr. V. Koschel aus Itzehoe.
Die Idee, erstmals in Deutschland einen Nationalpark zu begründen, hat seinerzeit viele Menschen begeistert und angeregt. Hubert Weinzierl galt als Initiator und als örtlich zuständiger Naturschutz-Fachmann, und damit auch ein wichtiger Ansprechpartner für engagierter Fachleute.
Im hohen Norden, in Schleswig-Holstein, gab es einen besonders engagierten Fachmann, der wohl von Hubert Weinzierl ermuntert worden war, seine Vorstellungen für die Entwicklung eines Nationalparks zu Papier zu bringen.
Nach verschiedenen Besuchen in anderen europäischen Nationalparken, u.a. in Frankreich (Vanoise) und in der Schweiz sowie ausführlichen Erkundungen vor Ort, im Bayerischen Wald, brachte er seine Vorstellungen zu Papier. Das Ergebnis ist ein umfangreiches Planungswerk: 
 Mehrere Dutzend Seiten Erläuterungstext.
Verschiedene Pläne über die Gliederung des Gebietes.
 Detaillierte Vorstellungen über ein Lehr- und Beobachtungsgebiet mit Gehegen, Nationalparkhaus, Gesteinsgarten, Botanischer Garten, Falknerei, Parkplätze, Büros und Wohnhäuser für Bedienstete.
  Themen und Zeitplan für Führungen.
Adressat für diese Planungen, die mit Sicherheit viele Wochen in Anspruch genommen hatten, ist der Naturschutzbeauftragte für Niederbayern, der damals - ehrenamtlich - für den Naturschutz des Regierungsbezirkes zuständig war.
Hubert Weinzierl hat diese Unterlagen und den Schriftverkehr seinerzeit an das Nationalparkamt weiter geleitet, das erst im Herbst 1969 seine Tätigkeit aufgenommen hatte. Die damals verantwortlichen Staatsbeamten hatten freilich andere Vorgaben und darüber hinaus ihre eigenen Vorstellungen. So blieb dieses umfangreiche Planungswerk lediglich eine Episode in der spannenden Entwicklungsgeschichte des Nationalparks. 
So war das das Info-Zentrum und die „Gehegezone" seinerzeit im Gebiet zwischen Spiegelau und Siebenellen vorgesehen.
Der Schwerpunkt des Geheges für Elch, Wisent, Wildschwein und Rotwild lag in dem Gebiet, das später zum Naturschutzgebiet Großer Filz mit Klosterfilz und umgebenden Filzteilen erklärt wurde.
Das Info-Zentrum sollte am nördlichen Ortsrand von Riedlhütte entstehen, im sogenannten Neubruch. In Verbindung mit dem Nationalpark-Haus sollten nach den Vorstellungen von Chr. V. Koschel , u. a. auch eine meteorologische und hydrobiologische Station, Terrarium, Falknerei, Biberkolonie und ein „Raubwildgehege" für Luchs, Fuchs, Wildkatze, Dachs, Baummarder, große und kleine Wiesel, Iltis und Fischotter entstehen.
Eine besonders bemerkenswerte Idee findet sich darüber hinaus in den Unterlagen. Der Nationalparkplaner macht sich Gedanken, wie man die örtliche Bevölkerung in die Arbeit des Nationalparks einbinden konnte.
Im so genannten „Landschaftsschutzgürtel", der sich an den Nationalpark anschließen soll, konnte die einheimische Bevölkerung Souvenirs für die Besucher des Schutzgebietes fertigen. red

"Glücksfall" Hans Eisenmann
Teil 9 der GA-Serie zum 50. Geburtstag des Nationalparks - Wirken des Landwirtschaftsministers
13.04.2019 | Stand 12.04.2019, 18:51 Uhr
Grafenau. 
Heute geht es um Entscheidungen in München, die sich als Glücksfall für den Nationalpark erweisen.
Am 11. März 1969 gibt es einen Wechsel im Landwirtschaftsministerium. Ein erfahrener Parlamentarier, Dr. Hans Eisenmann (Jahrgang 1923), löst den bisherigen Amtsinhaber Dr. Alois Hundhammer ab. Diese Personalentscheidung sollte sich in der Folgezeit als entscheidend für die weitere Entwicklung der Nationalparkfrage erweisen.
Wer war dieser neue Minister? Er stammt aus der Gegend von Pfaffenhofen. Während der letzten Kriegsjahre war er noch als Soldat (Flugzeugführer bei der Luftwaffe) eingesetzt. Nach Kriegsende begann er ein Studium, das er 1948 als Diplom-Landwirt abschloss. Er wurde in den Höheren Dienst übernommen (1950) und war seit 1954 Direktor des Landwirtschaftsamtes in Pfaffenhofen. Zunächst engagierte er sich in der Bayernpartei. Seit 1950 war er Abgeordneter im bayerischen Landtag, ab 1954 für die CSU. Von 1958 bis 1969 war er darüber hinaus Landrat im Landkreis Pfaffenhofen.
Als Eisenmann das Landwirtschaftsministerium übernahm, war er 46 Jahre alt und hatte schon eine bedeutende Karriere vorzuweisen. Er hat das Amt bis zu seinem Tode bekleidet.
Spannend ist auch die politische Entwicklung seines Vorgängers Dr. Alois Hundhammer - ein bayerisches politisches Urgestein. Er war Mitbegründer der CSU und der bayerischen verfassungsgebenden Landesversammlung. Wegen seiner Gegnerschaft zu den Nazis war er zeitweise im KZ Dachau inhaftiert.
Anfang der 50er Jahre wurde er Präsident des bayerischen Landtages und 1964 stellvertretender Ministerpräsident. Das Landwirtschaftsministerium leitete er 12 Jahre. Er zog sich 1969 aus gesundheitlichen Gründen aus der Politik zurück.
Kaum vorstellbar, dass unter seiner Ägide ein Nationalpark hätte entstehen können, zumal die Forstverwaltung, die in seinem Hause angesiedelt war, zu den erbittertsten Gegnern des Projekts zählte. Betrachtet man die Situation vor 50 Jahren, so befanden sich die Bemühungen in einer Sackgasse. Gewichtige Stimmen aus Bonn hatten sich entschieden gegen eine solche Idee ausgesprochen.
Und die Gegner einer Unterschutzstellung hatten sich auf den unterschiedlichsten Themenfeldern in Stellung gebracht. So kamen gewichtige Argumente von der Jagd-Lobby, aus dem Forstverein und aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium. Die regionalen Wirtschaftsverbände, wie beispielsweise der Sägewerksverband oder die Vertreter der Gewerkschaften, hatten sich zum Teil gegen das Projekt ausgesprochen.
Vor Ort, in den Landkreisen des südlichen Bayerischen Waldes, hatte man sich konkret auf das Gebiet um Rachel und Lusen konzentriert - auf den Staatswald, der hier einen geschlossenen Block darstellte. Es ist der Verdienst von Eisenmann, dass er nach einer politischen Lösung suchte, mit der letztlich die Befürworter und Gegner leben konnten.
Spannend dabei ist, dass er die naturschutzfachlichen Klippen zunächst vollständig außer acht ließ. Die Besitzverhältnisse im Gebiet waren eindeutig. Das gesamte Areal war Staatsbesitz und sein Ministerium war für die Verwaltung dieses Gebiets zuständig. Er hatte demnach einige Trümpfe in seiner Hand. Und die hat er schließlich vor dem bayerischen Parlament ausgespielt. In zwei Tagen, am 15. April, wäre er 96 Jahre alt geworden.

 Teil 10 der GA-Serie zurm 50.Geburtstag des Nationalparks 

Geburtsstunde des Nationalparks
Heute vor 50 Jahren hat der Landtag dessen Einrichtung beschlossen, aber nur vage Vorgaben gemacht

Michael Haug 11.06.2019 | Stand 10.06.2019, 17:35 Uhr

 

Grafenau. 
Heute geht es um die Geburtsstunde des Nationalparks. Am 11. Juni hatte der Landtag dessen Einrichtung offiziell und einstimmig beschlossen.
"Die Staatsregierung wird ersucht: In dem Gebiet Rachel-Lusen ... einen Nationalpark Bayerischer Wald zu errichten, mit der Verpflichtung im Jahre 1969 zu beginnen und die notwendigen Mittel bereit zu stellen und... im Vorfeld der Errichtung des Nationalparks zusätzliche Maßnahmen für den Fremdenverkehr im gesamten Bayerischen Wald durchzuführen."
Dieser Beschluss darf als historisch im weitesten Sinne angesehen werden. Gab es doch in Deutschland bislang keinen Nationalpark. Und für die Entstehung gab es auch noch keine Rechtsgrundlage und keine Beispiele.
Der Auftrag ging vorrangig an das Landwirtschaftministerium. Es war für das ins Auge gefasste Gebiet zuständig. Der überwiegende Teil war sog. "Staatswald", das heißt, er befand sich im Eigentum des Freistaat Bayern und er stand unter der Aufsicht und Betreuung der Staatlichen Forstverwaltung.
Die Abgeordneten hielten sich bei ihren Beschlüssen vorrangig an die Vorschläge, die sich bei den Beratungen in den zuständigen Ausschüssen auf den Tisch befanden. Den grundsätzlichen Ausführungen des damals für den Naturschutz in Bayern zuständigen Innenministers Dr. Bruno Merk wurde nicht gefolgt. Dem Landtagsbeschluss wird eine umfangreiche "Anlage" beigefügt.
So heißt es beispielsweise: "entsprechend den ... beigefügten Vorschlägen des Gutachtens zum Plan eines Nationalparks von Prof. Dr. Huber"...
Die Fläche, auf der der Nationalpark errichtet werden soll, wird nur relativ vage beschrieben. "In diesem Gebiet sollen mindestens fünf Großwild-Schaugehege errichtet werden..." oder: "Der freilebende Großwildbestand soll im Wesentlichen aus Rotwild, daneben auch aus Gemsen, Mufflons und Rehen bestehen..." Besonders wichtig: "Der Wald wird weiterhin naturgemäß gepflegt und die Holznutzung fortgesetzt..."
Ferner wird relativ detailliert auf die künftige Erschließung und Ausstattung eingegangen. Auch zum Thema Jagd enthält dieser Anhang Ausführungen: "Die Bestandsregulierung kann eine Bejagung nicht ausschließen, doch müssen hierzu Sonderbestimmungen erlassen werden."
Betrachtet man aus heutiger Sicht die seinerzeitigen Festlegungen, so muss man konstatieren: Alles, was damals beschlossen wurde, war ein fauler Kompromiss: keine klaren Festlegungen im Sinne des Naturschutzes, keine klaren Grenzen - vor allem aber: Die Holznutzung wird fortgesetzt.
In der Rückschau: Es hat letztlich noch 23(!) Jahre gedauert, bis der Nationalpark eine klare Zielvorgabe - eine Rechtsverordnung - erhalten hat in der Aufgaben und Ziele definiert und festgeschrieben wurden.
Am 21. Juli 1992 entsteht erst - im rechtlichen Sinne - ein Nationalpark. Aber: vielleicht war es ganz gut, dass die Verordnung so lange auf sich warten ließ. Wäre sie wesentlich früher entstanden, die Festlegungen wären zweifelsfrei nicht so fortschrittlich gewesen. Zwischen 1969 und dem Anfang der 90-er Jahre hat es einen langen Gärprozess gegeben, der für die Nationalpark-Idee sehr fruchtbar war. Heute hat sich die Idee, die eigentlich in den USA entstanden ist, auch in ganz Deutschland durchgesetzt und ist zu einem Erfolgskonzept des Naturschutzes geworden.
Bleibt noch zu erwähnen: Der Geburtstag wird erst im kommenden Jahr gefeiert. Am 7. Oktober 1970 waren die ersten Einrichtungen des Nationalparks fertig. Und die wurden damals mit einem großen Staatsakt feierlich eröffnet.
In der Bevölkerung hat sich lange die Vorstellung erhalten, dass es sich bei dem Nationalpark um eine Reihe von Großgehegen handelt.
Aus einem Gehege für Wisente, einem für den Luchs und einem für Rothirsche ist freilich erst im Laufe vieler Jahre das Tierfreigelände entstanden - bis heute immer noch die wichtigste Anlaufstation für die Besucher des Nationalparks Bayerischer Wald.

 

 Teil 11 der GA-Serie zm 50.Geburtstag des Nationalparks

 

Krieg stoppt Nationalparkidee
Schon das 3.Reich wollte ein Schutzgebiet im Böhmerwald errichten

 13.07.2019 | Stand 12.07.2019, 19:59 Uhr

Grafenau. 
Heute geht es um die die Idee zu einem Nationalpark im "Böhmerwald", die ebenfalls ein wichtiges Jubiläum feiert.
Vor 80 Jahren schon stand eigentlich nichts mehr im Wege für die Verwirklichung eines Nationalparks - beiderseits der Grenze. Seine geplante Größe: 1000 Quadratkilometer. Das ist die vierfache Fläche des heutigen Nationalparks Bayerwald, 110 Kilometer lang und 10 Kilometer breit.
Naturschutz-Fragen wurden im 3. Reich in Berlin beim Reichsforstamt entschieden. Regional zuständig war die Regierungsstelle für Naturschutz. Oberstudienrat Eichhorn berichtet nach Berlin, er habe "die Grenzen des künftigen Nationalparks abgefahren". Ein Kartenentwurf geht an das Reichsforstamt nach Berlin.
Schon im Dezember 1939 findet in München eine Dienstbesprechung statt, bei der auch Vertreter der Wissenschaft, der Naturschutzverbände und der zuständigen Fachstellen anwesend sind. Das Protokoll dieser Diskussion endet mit der Feststellung: "Die Durchführung der Nationalparkerrichtung stößt auf keine wesentlichen Fragen."
Im Juni 1939 führt die Oberste Naturschutzbehörde schließlich eine Bereisung durch.‚Treffpunkt der Behördenvertreter und Fachleute ist das Hotel Rixi in Böhmisch Eisenstein.Von dieser Veranstaltung gibt es ein ausführliches Protokoll. Es besteht relative Klarheit darüber, dass das Gebiet bis zum Tal der Ottawa rücken soll und auch, dass der Urwald am Kubani mit einbezogen werden soll. Spannend ist auch, dass das Jagdgatter des ursprünglich Schwarzenbergischen Wildgatter mit einbezogen werden sollte. Freilich müsste dort die Jagd künftig mit den Zwecken des Naturschutzes übereinstimmen.
Im Gebiet sollte ein natürlicher, vielartiger, aber nach Zahl geringer Wildbestand, einschließlich des Urwildes, geschaffen werden.Namens des Reichsforstamtes erläutert Ministerialdirigent Eberts den Landräten, Kreisjägermeistern, Forstmeistern, Naturschutzbeauftragten und Bürgermeistern die Idee des Nationalparks. Er trat nachdrücklich den Befürchtungen entgegen, der Nationalpark könne eine Beeinträchtigung des Gebietes bewirken. "Die wirtschaftliche Entwicklung des Gebietes wird durch die Erklärung zum Nationalpark nicht gehemmt sondern gehoben", heißt es dazu.Zwar drängen örtliche Stellen lebhaft auf Einbeziehung ihrer Gebiete in den Nationalpark, doch gewann man nach Abschluss der Bereisung die Überzeugung, den Nationalpark nur auf das charakteristische Waldgebirge zu beschränken.Die Reichsstelle für Naturschutz beteiligt sich am 23. Jan 1941 bereits an den Druckkosten für den Nationalpark-Führer. Das Manuskript liegt bei Prof. Eichhorn in der Regierungsstelle für Naturschutz.
Im Februar 1942 erklärt der Reichsforstmeister: "Wenn auch die Errichtung von Nationalparks unter den heutigen Verhältnissen zunächst zurückgestellt werden muss, bitte ich doch, die Vorarbeiten weiterzuführen, damit nach Kriegsende die Errichtung des Nationalparks ohne weitere Verzögerung erfolgen kann." Eine Abschrift der geplanten Verordnung zum Schutz des Böhmerwaldes findet sich in dem Büchlein "Eine Landschaft wird Nationalpark". Heft 11 der Wiss.-Schriftenreihe des Nationalparks Bay. Wald.
Prof. Lutz Heck bezeichnet damals die Idee des Nationalparks als "die Krönung des Naturschutzgedankens".

  Teil 12 der GA-Serie:50 Jahre Nationalpark

Abenteuerliches Konstrukt Nationalparkamt
GA-Serie: 50 Jahre Nationalpark
Grafenau 02.08.2019 | Stand 01.08.2019, 18:01 Uhr

Heute geht es um die Entstehung des Nationalparkamtes, das am 22. Juli 1969 vor Ort als erste staatliche Behörde in Leben gerufen wurde. Die ministerielle Verordnung trat am 1. August in Kraft.
Mit dem einstimmigen Beschluss des Bayerischen Landtags vom 11. Juni, wurde das Landwirtschaftsministerium beauftragt, die Idee eines Nationalparks umzusetzen. Als Grundlage diente das Gutachten vom Landschaftsökologen, Prof. Dr. Wolfgang Huber, das er, bzw. genauer der Deutsche Rat für Landespflege, schon im Jahr 1968 an den Bayerischen Ministerpräsidenten und an die Präsidenten des Landtages und des Senat übermittelt hatte.
Gutachten fällt nicht positiv aus
In dem einschlägigen Schreiben heißt es freilich: Im Bayerischen Wald sollte von der Bezeichnung "Nationalpark" abgesehen werden, weil einerseits die Voraussetzungen fehlen (weil es sich um eine gewachsene Kulturlandschaft handelt) und weil zum anderen damit Erwartungen verbunden wären, die nicht erfüllbar sind, so Graf Lennart Bernadotte, der Sprecher des Rates.
Es war wohl vor allem dem öffentlichen Druck geschuldet, der vor allem auf kommunaler Ebene aufgebaut worden war, dass sich der Bayerische Landtag anders entschieden hatte.
Der neue Landwirtschaftsminister hatte die Abgeordneten überzeugt, dass er in dieser Sache "Nägel mit Köpfen" machen will. So lag es nun am Minister, die nächsten Schritte einzuleiten. Die einschlägige staatliche Verordnung trägt die Unterschrift des Staatsministers Dr. Eisenmann.
Und was sind nun die Aufgaben dieser neuen Verwaltungsbehörde mit Sitz in Spiegelau?
Satz 1 der Aufgaben-Beschreibung lautet: "Planungen der Einrichtungen des Nationalparks und Koordinierung mit den forsteinrichtungstechnischen und betriebstechnischen Planungen für die örtlichen zuständigen Forstämter!"
Und Satz 2: "Durchführung und Überwachung der geplanten Maßnahmen, Betrieb und Unterhaltung der Einrichtungen des NPBW". Hierzu kommt die erforderliche Haushaltsplanung und deren Vollzug. Schließlich: "Mitwirkung bei wissenschaftlichen Versuchen" und "Vorbereitung der Sitzungen des Beirates".
Es lohnt sich, die Situation vor Ort, also auf dem Territorium des nunmehr beschlossenen Nationalparks, kurz zu analysieren: Auf der für den NP vorgesehenen Fläche existieren zu diesem Zeitpunkt mindestens fünf Staatliche Forstämter mit ihrem jeweiligen Leitungsdienst. Das sind die Leiter und ihre Stellvertreter aus dem Höheren Forstdienst, pro Forstamt vier bis fünf Forstrevierte mit ihren Revier-Förstern als regional Zuständiger staatliche Beamte und jedem Revier zugeordnet eine Truppe von 15 bis 20 Waldarbeiter (Facharbeiter und Hilfskräfte).
Eine Hochrechnung ergibt, dass in den Staatlichen Forstbetrieben über 40 Beamte des gehobenen und höheren Forstdienstes beschäftigt waren, dazu Büroangestellte und Schreibkräfte, das sind mehrere Hundert Bedienstete, die mit der Bewirtschaftung des Staatswaldes beschäftigt waren.
Holzeinschlag geht weiter
Die jährliche Holzmenge, die in diesem Gebiet eingeschlagen wurde, lag bei 50000 bis 60000 Festmeter. Und so war es für alle Beteiligten wichtig und erfreulich, dass der Landtag in seinem historischen Beschluss vom 11. Juni u. a. festgelegt hatte: "Die Holznutzung wird fortgesetzt!"
Warum sollten die zuständigen Stellen an diesen bewährten Strukturen etwas ändern?
Als nächsthöhere (Kontroll)-Instanz gab es die Oberforstdirektion in Regensburg, die für den Holzverkauf den Rahmen absteckte und die für die forstlichen Planungen (Forsteinrichtung) zuständig war.
Mit der Entstehung des Nationalparkamtes stand dieser forstlichen Hierarchie nun ein (kleines!) Amt gegenüber, das die Aufgabe hatte, Besucher-Einrichtungen wie Gehege und Wanderwege zu bauen und das ansonsten so gut wie keine weiteren Zuständigkeiten hatte und - es war dem Landwirtschaftsministerium unmittelbar nachgeordnet.
Die "normalen" Aufgaben der staatlichen Forst-Verwaltung wurden nicht angetastet. Im Nachhinein ist es verwunderlich, wie aus dieser Konstruktion ein "Leuchtturm des Naturschutzes in Europa" werden konnte.
In der Struktur dieser Verwaltungskonstruktion hat sich, zumindest in den ersten 10 Jahren des Nationalparks nichts geändert.
Nationalparkamt und (ab 1972) das Nationalpark-Forstamt arbeiteten nebeneinander eigenständig her. Die Nationalparkverwaltung in ihrer heutigen Form entstand erst 10 Jahre später, am Ende der 70er Jahre.
Michael Haug

 

 

 

 

 

 



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