Müll aus - Natur an

Müll aus - Natur an
Nationalpark startet Kampagne zur Abfallvermeidung - Mitarbeiter machen bei Aktionstag den Anfang

 
Neuschönau/Ludwigsthal. Über eine Million Besucher kommen jährlich in den Nationalpark Bayerischer Wald, um seine einmalige Natur zu genießen. Viele der hier lebenden Tiere, Pflanzen und Pilze sind nicht nur sehr selten, sondern auch sehr empfindlich. Daher ist es besonders wichtig, dass Müll jeglicher Art nicht leichtfertig im Wald entsorgt wird. Leider passiert das immer noch viel zu oft. Müll aus - Natur an lautet nun das Motto der neuen Kampagne zur Abfallvermeidung.
Vor allem vier Müllarten finden Nationalparkmitarbeiter in jüngster Vergangenheit vermehrt entlang der Wege im Großschutzgebiet: Zigarettenkippen, Verpackungsmüll, Hundekotbeutel und Papiertaschentücher. „Vielen Besuchern ist nicht bewusst, welch negative Folgen Abfall in der Natur verursacht", erklärt Nationalparkleiter Franz Leibl. „Daher klären wir unsere Gäste nun verstärkt darüber auf - etwa mit Plakaten und über die sozialen Medien."
Wanderer erfahren so etwa, dass allein ein Zigarettenstummel 4000 Giftstoffe enthält. Landet dieser im Wasserkreislauf, macht er 50 Liter reines Bergwasser ungenießbar. Überraschend mag auch sein, dass es drei Jahre dauern kann, bis ein - mittlerweile mit chemischen Zusätzen beschichtetes - Papiertaschentuch verrottet. Hundekot liegt mindestens drei Monate im Wald, bis er sich zersetzt. Ist dieser noch dazu in einem Beutel verpackt, bleiben die tierischen Hinterlassenschaften noch viel länger in der Natur. Völlig resistent gegen schleichenden Abbau sind dagegen die meisten Verpackungsstoffe, wie Dosen, Alufolien oder Flaschen. Daher gilt: Bitte nehmen sie jeglichen Müll wieder mit!
Um Besucher für die Müllproblematik zu sensibilisieren, plant der Nationalpark spezielle Aktionen zu einzelnen Abfallarten durchzuführen. Offiziell gestartet ist die Kampagne derweil aber mit einem internen Termin. Diese Woche nahmen rund 80 Nationalparkmitarbeiter an einem Ramadama-Tag teil. Dabei wurde nicht nur entlang von Wanderwegen, sondern auch entlang von öffentlichen Straßen, die durch den Nationalpark führen, Müll gesammelt. Die Helfer tüteten allein hunderte Papiertaschentücher ein. Zu den ungewöhnlicheren Funden gehörten Autobatterien, Benzinkanister, Bauschutt oder Scheinwerfer. „Es ist erstaunlich, wie viel Abfall bei so einer Aktion zusammenkommt", resümiert Leibl. „Wir hoffen, dass wir aufgrund der startenden Kampagne das nächste Mal deutlich weniger Müll finden werden."




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