Reise in den Urwald

Eine Reise in das größte Urwaldgebiet

Mitteleuropas

von Heinrich Vierlinger

Der der größte Urwaldrest Mitteleuropas, der Rothwald im Wildnisgebiet Dürrenstein in Niederösterreich, war kürzlich das Ziel einer von Heinrich Vierlinger organisierten zweitägigen Exkursion von Waldführern des Vereins Pro-Nationalpark Freyung-Grafenau. Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Ehrfurcht und Staunen erfasst einen in diesem unberührten Naturwald, dort merkt man erst wie klein wir sind. 600 Jahre alte Fichten, Tannen, Buchen, bis sie vermodert sind bleiben sie 1000 Jahre und mehr im Ökosystem. Eine tote Tanne z.B. liegt dort nachweislich schon seit 117 Jahren und ist noch lange nicht vermodert.
Der unzugänglichen Lage in der niederösterreichischen Eisenwurzen-Region und glücklichen Umständen ist es zu verdanken, dass ein ca. 400 ha großes Gebiet, das ist etwa die doppelte Größe unseres Tierfreigeländes im Nationalpark Bayerischer Wald, in dem seit der letzten Eiszeit nie ein Mensch mit Axt oder Motorsäge eingegriffen hat, erhalten geblieben ist. Umgeben ist der Urwald von Naturwald und Beständen, die wieder Waldwildnis werden sollen. Der Schnee bestimmte und bestimmt noch bis heute alles. In Normaljahren liegen hier zwischen 8-11 m.

1825 kam das Gebiet, nachdem es über Jahrhunderte in Klosterbesitz war, in den Besitz der Fürsten Festetitc, einem kroatischen Geschlecht in der Habsburger Monarchie, 1869 dann an die österreichische Forstverwertungs -AG und schließlich 1875 an die Rothschilds. Albert Rothschild aus der Frankfurter-/Wienerlinie übernahm die Aktiengesellschaft aus sozialem Engagement ,nutzte zwar die gut zugänglichen Randgebiete, ließ aber 400 ha ungenutzt und legte damit den Grundstein für das heutige Urwald-/Naturschutzgebiet. Im Jahr 1938 wurden die Rothschilds von den Nazis enteignet. Nach dem Kriege wurde der Besitz restituiert. Heute sind die österreichischen Bundesforsten Besitzer dieses Gebietes und der Verein Wildnisgebiet Dürrenstein ist mit der Verwaltung des nunmehr 5800 ha großen
Gebietes betraut. Ab 1.Januar 2019 werden weitere 3500 ha aus der angrenzenden Steiermark angeschlossen, wodurch die schon seit längerer Zeit angestrebte Größe von 10 000 ha nahezu erreicht wird.

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Urwald,Foto:Vierlinger

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Im angrenzenden Wildnisgebiet Kat.1 b.

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Lawinenhang am Rand des Urwaldes, Foto: Auerbeck



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