Herbstwanderung

Durch die Hölle zum Falkenstein
Von Jens Schörnich
Freyung. Bei der traditionelle Herbstwanderung von Pro-Nationalpark führte Waldführer Franz Uhrmann die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch eines der ursprünglichsten Gebiete des Nationalparks Bayerischer Wald. Der Große Falkenstein war das Ziel der anspruchsvollen Wanderung.
Besser hätte es die Wandergruppe nicht erwischen können. Gut allerdings, dass man sich nach dem Motto „früher Vogel frisst den Wurm", schon früh aufgemacht hatte. Auf dem Falkenstein stellte sich nämlich schnell heraus, dass der beliebte 1315 Meter hohe Berg an diesem vielleicht letzten schönen, herbstlichen Wochenende das Ziel vieler Wanderer war. Zum Glück wählte die Masse von ihnen die leichteren Aufstiege, während unsere Gruppe von Scheuereck über die Höllbachschwelle und das Höllbachgspreng zum Gipfel wanderte. Eine anstrengende Tour, die sich aber lohnte! Auf einem schönen Fels- und Wurzelsteig ging es hinauf zur Höllbachschwelle, einem ehemaligen Triftteich. Ein kurzes Stück oberhalb beginnt der Felssteig durch das Höllbachgspreng. Der „Eingang zur Hölle", wie der Volksmund einst sagte. Schon zu Königszeiten wurde die vom Höllbach durchflossene Fels- und Urwaldwildnis aus der Nutzung genommen und unter Naturschutz gestellt. Gspreng ist der Ausdruck für unwegsames Fels- und Baumgelände. Unwegsam wäre das Gelände allemal, hätten unsere Altvorderen nicht den Steig gut ausgebaut. Er führt durch eine bizarre Urwaldlandschaft in schluchtartigem Gelände. Der Vorteil des anspruchsvollen Aufstiegs: Nur wenige Wanderer begegneten der Gruppe. Hier musste ein umgestürzter Baum überstiegen werden, dort ging es an tropfenden Felsen vorbei. Ein Erlebnis, bei dem man sich an den Naturschönheiten nicht satt sehen konnte. Den weiten Blick gab es dann vom Bergkreuz auf dem Großen Falkenstein. Er schweift in Richtung Vorderer Bayerischer Wald bis zu den österreichischen Alpen. Der Lohn der Mühen war die Einkehr im neuen Schutzhaus. Ein Zweckbau, bei dem die Meinungen der Teilnehmer auseinander gingen. Einig war man sich beim Service. Wie schnell die Wirtsleute Claudia und Michael Garhammer mit ihrem Team die vielen Hungrigen auf der Sonnenterasse und im Speisesaal mit schmackhaften Speisen und kühlen Getränken versorgten, dass brachte ihnen viel Lob ein.
Gestärkt und ausgerastet führte Franz Uhrmann die 18-köpfige Gruppe über den Ahornriegel mit einem Abstecher auf einem unmarkierten Weg zum Schwarzbachriegel, auch Geiernest genannt, zurück zum Ausgangspunkt. „Der Blick in die schwindelnde Tiefe, in den Urgrund der Wälder, ist hier noch eindrucksvoller als von den Zinnen des Kleinen und Großen Falkensteins", schrieb schon Friedl Thorward, auch der Louis Trenker des Bayerischen Waldes genannt, in seinem Buch „Auf einsamen Bergpfaden" über diesen Gipfel. 
Fotos: Jens Schörnich

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