Nationalparkkammwanderung Quer durch den Nationalpark in 4 Tagen
Das Interesse an der Nationalpark-Kammwanderung des Vereins Pro-Nationalpark ist nach wie vor groß. Sie ist offensichtlich durch die positive Berichterstattung der letzten Jahre und durch Mundpropaganda angekommen im Kreis der Wanderfreunde aus nah und fern. Vor einigen Tagen war es wieder so weit, zum 16. Mal schon, konnten sich die Teilnehmer unter der bewährten Führung von Waldführer Franz Uhrmann selbst ein Bild verschaffen, eine eigene Meinung bilden, vor Ort, über Stock und Stein, über knapp 90 Kilometer.
![]() Wandergruppe im Zwiesler Filz,Foto: Franz Uhrmann
Teilnehmerin Christine aus München schrieb dazu: „4 Tage Nationalpark Kammwanderung. Meine Erwartungen wurden mehr als übertroffen.Ankunft bei trüb-regnerischen Wetter am Bahnhof Bayerisch Eisenstein, wo die rote Grenzlinie zwischen Tschechien und Bayern verläuft.Die Wetteraussichten für die nächsten Tage waren nicht gerade berauschend; ich sollte jedoch eines Besseren belehrt werden. Der Wald zeigte sich von seiner verzaubernd-mystischen Seite, als ob hinter all den samtig bemoosten Felsbrocken Geister und Kobolde hockten und ihren Schabernack trieben. Eine farbenprächtige Wildnis wohin das Auge reicht. Von zart grünen Moosen, dieabsterbende Baumstämme in Beschlag nehmen; kunstvoll verziert mit Hodersauen. In schimmernden Farben violett, rostrot, cremig weiß,geringelt, gestreift, zerlöchert hat der Zunderschwamm an den dahin rottenden Buchenstämmen sein Zuhause gefunden, zu deren Füßen der regennasse Farn das leise einfallende Sonnenlicht reflektiert. Der Wald duftet harzig, erdig und betörend fruchtbar, eine Wohltat nach der stickigen Großstadtluft. Baumformationen mit rankenden Armen und dicken Wulsten am Körper von zarten mattgrauen Flechten schmuckvoll verziert. Meine Augen können sich vor Neugierde nicht satt sehen. Da, versteckt im Sternenmoos,entdecke ich den ersten Dobernigel, wie sie den Steinpilz hier nennen,der mir auf meiner Wanderung noch häufiger begegnen soll.Ich spüre wie ich langsamer, achtsamer, aufmerksamer werde und auf Schritt und Tritt Neues entdecke.Dann öffnet sich plötzlich der Wald und ich trete auf eine Lichtung. Man nennt die Wiesen hier Schachten. Es gibt eine Vielzahl von ihnen und doch gleicht keine der anderen. Die zartrosafarbenen Blütenkelche des Fingerhutsverbeugen sich tief vor mir. Sie sind über dem ganzen Schachten wahllos verstreut, dazwischen strecken sich fast gespenstisch anmutend kahleBaumskelette in den Himmel.Im grünen Gewirr der Heidelbeersträucher, von Farnen eingerahmt weißt Franz, unserWaldführer, auf ein ganz seltenes Exemplar hin, den purpurnen Enzian.Der Weg führt weiter ins Hochmoor. Eine Vegetation, die mir den Atem verschlägt. Über einen angelegten Holzbohlensteg durchqueren wir das Feuchtgebiet. Flankiert von den allgegenwärtigen Heidelbeeren, vorbei an torfigen Gumpen, in denen sich luftig weiße Wölkchen mit allerlei Gestrüpp, das ich nicht zu bestimmen weiß, widerspiegeln, deutet Franz auf eine absolute Rarität in der Pflanzenwelt, so klein,dass man achtlos daran vorbeiginge, den fleischfressenden Sonnentau, der sich von winzigen Insekten ernährt, die in seinem Tau kleben bleiben.Die Wandertour führt uns weiter auf den Falkenstein, den Rachel und den Lusen. Der bayerische Wald hat bereits jetzt mein Herz erobert und wird mich in Bälde wiedersehen.mit herzlichen Grüßen Christine"
![]() Gruppe am Latschensee,Foto:Franz Uhrmann
Teilnehmerin Manuela schrieb:„Ende Juli durften wir eine 4-tägige Wandertour in unserem schönen Bayer. Wald mitmachen.Unser Wanderführer Franz Uhrmann hat uns sehr gut begleitet und für jede Frage die wir hatten ein offenes Ohr ! Wir kannten die Wanderziele bereits alle (Falkenstein , Rachel , Lusen , Schachten ) aber die Geschichten oder geschichtliches dazu nicht ! Franz hat uns über Fauna und Flora sehr viel berichtet und gezeigt (ob Pilze oder Pflanzen )
Trotz eines nicht so schönem Wetter das wir uns alle erhofft hätten , war es aber eine für uns doch unvergessene Tour!" Manuela.
Teilnehmerin Regina schrieb:„.Ich möchte dir danke sagen, denn die vergangenen vier Tage durfte ich wieder ein Stück weit zu mir selber finden.Die Kammwanderung war für mich persönlich sowohl eine körperliche Herausforderung als auch eine sehr lehrreiche und informative Zeit, in der ich viel Interessantes, Wissenswertes und nicht zuletzt gute Gespräche in einer tollen Gruppe erfahren durfte. Die angenehmen Wandertemperaturen haben die Tagestouren für mich zu einem Genuss gemacht. Sogar der teils anhaltende Regen war eine Erfahrung der besonderen Art und hinterließ auf so manchem Abschnitt einen fast mystischen Eindruck in mir.Mein Fazit: Trotz des unbeständigen Wetters, oder gerade deshalb empfand ich die gemeinsamen vier Tage als eine unbeschreiblich gute, bereichernde und wertvolle Zeit, die hoffentlich noch lange in mir nachwirkt. Danke dafür!"
Der Verein Pro-Nationalpark Freyung-Grafenau e.V. wird diese Kammwanderungen auch im nächsten Jahr im Juli/August fortführen. Wegen des großen Interesses sind bereits jetzt Voranmeldungen möglich. |
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